Tierischer Faschingszug

 

Sogar der Himmel hat ein Einsehen: Wenn die Gredonia ihren großen Faschingszug veranstaltet, darf es einfach nicht regnen. Von den paar Tropfen, die dann doch fallen, lassen sich weder Zugteilnehmer noch Publikum großartig aus der Feierlaune bringen.

 

(Quelle: donaukurier.de)

Selbst wenn es wie aus Eimern gegossen hätte: Den Sportlern vom TSV Greding hätte das kaum etwas ausgemacht. Mit ihrem Boot sind sie für alle Eventualitäten gewappnet. Doch eigentlich haben sie das ausrangierte Fahrzeug der Wasserwacht ja gechartert, um den großen Reibach zu machen, wenn die Schwarzachbrücke abgerissen wird - und auch noch der Ersatzbau scheitert: 20 Euro soll einen Autofahrer das Übersetzen über die Schwarzach per Boot kosten, für einen Lkw werden sogar 200 Euro fällig.
Der TSV hält mit seinem Wagen an seiner guten Tradition fest, im Fasching lokalpolitische Spitzen zu verteilen. Andere folgen diesem Beispiel immer weniger. Beliebt sind im Fasching 2016 vor allem Tiere, nicht nur die Obermässinger Fosnatniegl haben den Dschungel als Thema ausgegeben, auch die Kaisinger kommen als "Franken Animals" zum Teil im Affenkostüm, die Kolpingjugend lässt auf dem Bauernhof "die Sau raus", wie sie verkünden, und haben gleich einen ganzen Streichelzoo an Plüschtieren im Gepäck.
Zum Hingucker des Tages schwingt sich die Faschingsgesellschaft Snehotta aus Berching auf: Zwar steht sie mit ihrem Thema "Orient" auch nicht alleine auf weiter Flur - die Faschingsfreunde aus Ohlangen kommen ihnen als alte Ägypter schon sehr nahe -, doch hat die Snehotta ein Kamel dabei, das es in sich hat und alle Augen auf sich zieht: Zwei Menschen stecken unter dem Tierkörper, mit dem langen Hals sieht sich das Kamel immer wieder neugierig mitten in den Zuschauerreihen um.
Als echter Gewinn für den Faschingszug erweisen sich - wie schon beim Brauchtumszug vier Tage zuvor - die Wasserschnalzer Schludda Gugga aus Wasseralfingen, die die Faschingsfreunde aus Thalmässing mitgebracht haben. Die Guggenmusik, mitunter auch sehr schräg gespielt, geht ins Blut, noch lange Zeit nach dem eigentlichen Umzug spielen die Schludda Gugga am Marktplatz und sorgen für begeistertes Gedränge auf der Rathausbühne. "Ihr seid spitze!", ruft ihnen der Gredonia-Präsident Alexander Hill zu Recht zu.
Überhaupt scheint sich die freundschaftliche Kooperation zwischen der Gredinger Gredonia und den Thalmässinger Narren mehr und mehr auszuzahlen: Hat es gegen Mittag noch so ausgesehen, als würden diesmal ein paar Gruppen weniger als zuletzt am Start sein, so ändert sich das in buchstäblich letzter Minute. Verantwortlich zeichnen hierfür Gruppen aus der Marktgemeinde, am Ende ziehen wieder mehr als 70 Gruppen durch die Altstadt. Am Ende des Tages wird in den Gaststätten gemeinsam gefeiert - und da ist es ohnehin völlig egal, welcher Faschingsnarr aus welcher Ecke kommt.

Von Volker Luff
 

Faschingsverein Gredonia Greding e.V.